Design Thinking für neue Ideen und Produkte

Design Thinking ist ein theoretischer Ansatz zum strukturellen Lösen von Problemen und zur Entwicklung von neuen Ideen und Produkten. Im Zentrum steht dabei das Denken aus Sicht des Nutzers und seine Bedürfnisse und Wünsche. Mit klassischem Design hat das Konzept also weniger zu tun - eher schon mit einer agilen und ergebnisoffenen Denk- und Handlungsweise.

Ein bekanntes Beispiel für Design Thinking ist die konzeptionelle Verbesserung eines Magnetresonanztomografen (MRT) zur Untersuchung von Organen und Gewebe durch einen Mitarbeiter von General Electric. Gerade für junge Patienten ist dieses Erlebnis aufgrund der unangenehmen Geräuschkulisse teilweise angsteinflößend, so dass medizinisches Fachpersonal entsprechend viel Zeit für die Beruhigung der Kinder aufwenden muss und die Prozesse sich verlangsamen. Deshalb entwickelte Doug Dietz ein Aufkleber-Konzept für die Decke des MRT-Geräts, mit dem die jungen Patentienten auf eine Abenteuerreise geschickt wurden und zusätzlich verschiedene Drehbücher dafür. So waren die Kinder während der Untersuchung deutlich entspannter und die Durchlaufzeit an dem teuren Gerät erhöhte sich signifikant. Möglich wurde diese Verbesserung von allem durch das kompromisslose Denken aus Nutzersicht, eines der zentralen Elemente von Design Thinking, auch unter dem Schlagwort Customer Centricity bekannt.

Klarer Rahmen für erfolgreiches Design Thinking

Drei Grundelemente gehören zu operativen Umsetzung von Design Thinking: ein variabler Raum, multidisziplinäre Teams und der eigentliche Design Thinking Process. Er besteht aus den Schritten:

  • Verstehen
  • Beobachten
  • Sichtweise definieren
  • Ideen finden
  • Prototypen entwickeln
  • Testen

Als sogenannte Iterationsschleifen können sie beliebig oft wiederholt werden, bis ein überzeugendes Ergebnis entstanden ist. Ein variabler Raum soll durch physische Bewegungsfreiheit den kreativen und ungestörten Denkprozess ermöglichen. Das lässt sich beispielsweise durch ungewöhnliche Sitzordnungen, verschiedene Stationen und Tools wie Whiteboards und Notizkarten erreichen. Sehr wichtig ist auch die Zusammensetzung der Teams, die möglichst heterogen in Bezug auf Geschlecht, Alter, Fachgebiet und Abteilungszugehörigkeit sein sollten. So entsteht eine kreative Denkmasse, die sich möglichst ungebunden an die gewohnten Ideen und Prozesse verhält.

Magisches Dreieck: Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit & Nutzersicht

Dem Design Thinking-Ansatz folgend befindet sich jedes Produkt im Spannungsverhältnis zwischen Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und menschlichen Bedürfnissen. Während die ersten beiden Faktoren auch in klassischen Prozessen eine große Rolle spielen, gehen die Ansprüche aus Nutzersicht oft unter. Deshalb wird ihnen eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, ohne dass ihnen eine höhere Wertigkeit als den Faktoren Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit beigemessen wird.

Fehlerkultur und ergebnisoffenes Denken bringen gute Ergebnisse

Wie in anderen digitalen Prozessen und Erfolgsmodellen spielt eine funktionierende Fehlerkultur eine sehr große Rolle. Ähnlich wie bei agilen Prozessen lässt sich das nicht top-down anweisen, sondern muss Teil der Unternehmenskultur werden und auch von höchster Ebene vorgelebt werden. Am besten funktioniert Design Thinking, wenn die mögliche Lösung in verschiedene Richtungen ausgeprägt sein kann und nicht schon durch die Aufgabenstellung oder dem Klammern an bestehende Ansätze vorgeprägt ist.

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